Die Kunst des fröhlichen Scheiterns

Okay, Scheitern ist selten fröhlich.

Obwohl …. Als sich meine Tochter zum Geburtstag Schokotorte wünschte und ich mein Werk aus dem Backrohr nahm …. schaute schon lustig aus, das Ding ….

Aber nun zum richtigen Scheitern.

Richtiges Scheitern … dann, wenn etwas schief geht, etwas, was dir wichtig war, etwas, worum du dich sehr bemüht hast, etwas, an dem dein Herz hing und in das du große Hoffnungen setztest.

Wenn deine Bemühungen nicht in die gewünschten Resultate mündet, dann ist erst mal Schluss mit lustig.

Und natürlich darf es niemand wissen, denn Scheitern ist ein Tabu. Auf Facebook wirst du von den Erfolgsmeldungen der anderen erschlagen, da ist kein Platz für Scheitern.

Im wirklichen Leben darfst du beim Kaffeeklatsch mit Tante Emma eher überraschende sexuelle Wünsche zugeben als dein Versagen.

Scheitern ist geächtet.

Besonders in unserer Wirtschaft. Unternehmer, die Fehler machten oder einfach Pech hatten und Konkurs anmelden mussten, sind erledigt. Die meisten kommen nie wieder auf ihre finanziellen Beine, außer sie können bei den Banken besonders gut verhandeln.

Ohne eine besondere USA-Freundin zu sein, aber diesbezüglich sind die Vereinigten Staaten deutlich cooler. In vielen Firmen ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass Geschäftsführer irgendwo anders bereits gescheitert sein müssen, um die begehrten Chef-Eckzimmer beziehen zu dürfen.

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Eigentlich logisch: der Manager lernte irgendwo anders, was zu vermeiden ist und bringt diese wertvolle Erfahrung in die neue Firma ein. Sehr schlau!

Scheitern will gelernt sein:

Die Schule wäre ein idealer Spielplatz, um fröhlich zu scheitern. Gelegenheiten gibt es wahrlich genug. Weniger auswendig lernen, dafür mehr experimentieren, brächte mehr Freude beim Lernen und mehr Fehlerresilienz. Aber darum geht’s offensichtlich nicht.

Ein interessanter Input kommt von der Stanford University: In einer Studie wurde die Hälfte der Kinder für ihre Bemühungen in einer Sache gelobt. Die andere Hälfte für ihre Intelligenz. Das Ergebnis: die Bemühungs-Kinder waren für weitere und schwierigere Aufgaben bereit, während die Intelligenz-Kinder einen Gang zurückschalteten, um bei einem eventuellen Scheitern nicht als weniger schlau zu gelten.

Tipp für Eltern: Lobe deine Kinder für ihre Bemühungen und nicht für ihr Schlau-sein.

Scheitern aus Angst vor dem Erfolg:

Fragst du dich nun: „Hä, was ist jetzt? Erfolg ist super, jeder will Erfolg haben.“?

Auf den ersten Blick schon, aber hinter den Kulissen schaut es oft anders aus. Angst vor dem Preis des Erfolges lässt uns oft klein spielen. Vor allem Mütter lassen sich mit dem Satz „Und was ist mit deinen Kindern?“ leicht unterbuttern. Das schlechte Gewissen der Mütter lastet zentnerschwer auf dem Kollektiv. Jede Mutter will eine gute Mutter sein. Und wird daher alles vermeiden, was sie ihrer Meinung und der Meinung ihres Unterbewussten nach daran hindert.

Familiäre Verstrickungen, fehlgeleitete Annahmen über Geld und übermäßige Loyalität gegenüber Eltern oder Partnern sind das Fundament auf dem die Angst vor dem Erfolg wächst.

Woran erkennst du diese Angst vor dem Erfolg?

  1. Was denkst du über Geld?

„Geld ist schmutzig“ ist der Klassiker, aber es geht tiefer, viel tiefer.

Wie wäre es, hättest du viel Geld? Könntest du dir vorstellen, es ethisch korrekt erarbeitet zu haben oder hältst du das nicht für möglich?

Welche Gefühle kommen in dir hoch, wenn andere auf Facebook Bilder ihrer Shoppingtouren posten? Was ist dein erster Gedanke, wenn du auf anderen Websites Preise siehst, du die nicht bezahlen wollen würdest und – noch wichtiger – die du eigentlich als unverschämt und überzogen empfindest? Wie fühlst du dich, wenn dein Kontoauszug nur einen kleinen Betrag ausweist oder sogar einen Minusstand?

Übrigens: wie schaut dein Portemonnaie aus? Prall gefüllt mit Rechnungen und sonstigen Zetteln, abgewetzt, wenig wertschätzend? Oder ist es schön anzuschauen? So, dass sich dein Geld darin wohlfühlt. Immerhin ist dein Portemonnaie das Zuhause deines Geldes.

  1. Was denkst du über dich?

Du beschäftigst dich mit Mentaltraining und mit Persönlichkeitsentwicklung? Führst ein Dankbarkeitsbuch und ein Erfolgsjournal? Die größten Motivationsgurus dieser Welt stehen in Buchform in deinem Regal und zwar gelesen?

Du setzt sogar um. Und doch – es tut sich nix, dein Leben wird nicht besser?

Dann glaubt dein Unterbewusstsein all das nicht, es glaubt etwas anderes. Es ist überzeugt davon, dass Erfolg zu haben, furchtbare Konsequenzen hätte.

  1. Und dann passierte plötzlich ….

Du bist gut unterwegs. Der Traumjob winkt. Dein erstes Buch ist in der Endphase, du stehst kurz vor Abschluss eines wichtigen Vertrages.

Doch dann wurde dein Kind krank, du bekamst eine Erkältung, die dich zurückwarf oder dein Hamster brach aus seinem Käfig aus.

Nein, du kannst für all diese Geschehnisse nichts. Doch wenn du die Sache mit der eigenen Verantwortung und dem Schöpfer deines Lebens sein, wirklich ernst nimmst, dann mach dich mit folgendem vertraut: Dein anderes Ich manifestiert sich diese Ereignisse, um keinen Erfolg haben zu müssen. Ja, ich weiß, diese Erkenntnis ist unangenehm.

Wen verrätst du, wenn du Erfolg hast?

Darf das erwachsene Kind mehr verdienen, als der Vater / die Mutter? In vielen Aufstellungen zeigt sich, dass genau das oft das Problem ist. Bist du die/der Erste im Familiensystem, der tatsächlich nach Erfolg strebt?

Welches unsichtbare Commitment hast du mit deinem Partner bezüglich Geld? Für viele Männer ist es wichtig, der Haupternährer zu sein, für die eigene Familie zu sorgen. Eine erfolgreiche Frau greift die Männerwürde an, stellt die finanzielle Potenz des Partners in Frage.

Manche Männer haben die unbewusste Angst, von ihren Frauen verlassen zu werden, wenn diese wirtschaftlich unabhängig sind. Manche Frauen befürchten, genau das zu tun, wenn es finanziell leichter möglich wäre.

Die Lösung, die öfters vorkommt, als du glaubst: Ein Partner nimmt sich für den anderen zurück und bleibt erfolglos.

Die besten Ausreden, um garantiert nicht zu scheitern:

  1. Ablenkung:

    Planung schränkt deine Kreativität ein, ist nur was für Spießer? Verbringe Stunden auf Facebook und recherchiere die spannendsten Fakten über das neue Luftfahrtsprojekt der NASA. Beteilige dich unbedingt an allen Internet-Challenges!

  2. Ich habe keine Zeit:

    Klar, bei den vielen Projekten, die du anleierst, kannst du keine Zeit haben. Wie wäre es, dich auf ein Projekt zu fokussieren und dieses erfolgreich umzusetzen? Und dann kommt das nächste Projekt. Und dann das nächste. Ich gestehe: ich verfolge meist zwei Projekte gleichzeitig, wegen der Abwechslung J aber keinesfalls drei.

  3. Ich bin noch nicht so weit:

    Wann bist du soweit? Wenn du noch diese oder jene Zusatzausbildung hast? Du hast eine Grundausbildung, also fang an.

    Die Zusatzausbildung ist ein Zusatz.

    Woran erkennst du, dass du nun soweit bist? Das Schicksal wird nicht an deine Türe klopfen und dir die „Ich bin soweit“-Urkunde überreichen. Fang an, dann bist du soweit.

Die besten Handlungen, um nicht zu scheitern:

  1. Atmen, atmen:

    Du weißt vielleicht, es ist mein wertvollster Tipp für meine Klienten. Tiefes ein- und ausatmen klärt den Kopf, senkt den Blutdruck, schont die Nerven. Atmen bringt Ruhe und Klarheit. Daraus entstehen die besten Handlungen.

  2. Entscheidungen treffen:

    Ich erlebe es immer wieder: Entscheidungen zu treffen ist für viele ein Gewaltakt. Und so werden viele Entscheidungen verspätet und aus Angst getroffen. Anstatt aus einem Ort der inneren Klarheit und mentalen Stärke.

    Entscheidungen treffen kann man jedoch üben. Wenn du Hilfe dabei brauchst, bin ich gerne für dich da.

  3. Planung ist die halbe Miete:

    Das Projekt in kleine, überschaubare Schritte zerlegen. Und dann ran an die Arbeit. Schritt für Schritt.

  4. Angst fühlen und losgehen:

    Sogar der Super-Unternehmer Richard Branson gibt zu, das Gefühl der Angst zu kennen. Dann dürfen du und ich doch auch Angst haben, nicht wahr :-)? Angst zu haben ist okay und menschlich.

    Aus der Angst den Mut zu schöpfen, es dennoch zu tun, das ist die wahre Leistung. Es hilft übrigens, sich klar vor Augen zu führen, wovor man nun genau Angst hat ….

Und wenn es schief ging?

Dann bist du gescheitert. Wie viele vor dir und viele nach dir. Jeder kennt das Gefühl, nicht immer funktioniert alles.

Wenn das Projekt schon in die Hose ging, dann soll es wenigstens Sinn machen.

Scheitern soll Sinn machen

Man nennt das Manöverkritik. Nimm dir Zeit und beschäftige dich mit den Gründen des Scheiterns. Wann begann das Boot zu kippen? Warum? Was wäre im Nachhinein die richtige Reaktion gewesen? Was ist für die Zukunft daraus zu lernen?

Bist du besonders spektakulär gescheitert? Dann schreibe darüber ein Buch. So kannst du andere warnen und deine Erfahrung zusätzlich versilbern.

Wenn du in einem kleineren Projekt gescheitert bist, dann hilft Humor – womit wir wieder bei der Kunst des fröhlichen Scheiterns wären. Hab Spaß dabei!

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