Lässt du dich kleinmachen?

Kennst du das? Du bist im Gespräch mit jemandem, es ist egal, wer es ist. Dein Partner, deine Freundin, Arbeitskollegen, der Chef, Kunden oder du bist auf einer Veranstaltung, wo plötzlich sehr engagiert über ein bestimmtes Thema diskutiert wird. Du bringst deine Meinung ein, aber diese wird vom Tisch gewischt. Du empfindest den Tonfall deines Gegenübers als anmaßend, überheblich und abwertend. Du fühlst dich angegriffen und gedemütigt oder du ärgerst dich.

Zugegeben, es gibt gemeine Zeitgenossen.

Sie beleidigen, nerven, sind überheblich und wühlen nicht nur in offenen Wunden, sondern streuen auch noch Salz hinein. Ich wette, vor deinem inneren Auge siehst du zumindest eine Person, auf die diese Beschreibung zutrifft oder?

Wann kränkst du dich?

Woran liegt es eigentlich, dass manche Menschen auf diese Miesepeter nur mit Schulterzucken reagieren und manche so richtig in Saft gehen oder sich in ihrem Herzen verwundet fühlen? Wann hast du dich das letzte Mal über die Aussage eines anderen richtig gekränkt?

Bei mir war es, als meine Mutter meinte: „Dein Buch ist sehr beeindruckend, sehr humorvoll und so weise. Deine Vorschläge sind sehr gut und praxisnah. Ich bin überrascht, das hätte ich dir nie zugetraut. Aber wahrscheinlich hat die Lektorin viele Ideen eingebracht und dir sehr geholfen.“
Nicht, dass meine Lektorin nicht großartige Arbeit geleistet hätte, aber jede einzelne Idee in meinem Buch stammt ausschließlich von mir selbst. Und ja, die Aussage meiner Mutter hat mich gekränkt, denn auch ich wünsche mir die Zustimmung und den Segen meiner Mutter, ich bin hier ganz ehrlich.

Woher kommt der Ärger?

Pragmatisch betrachtet, liegen meiner Kränkung drei Trigger zugrunde:

  1. Trigger aus meiner Vergangenheit:
    Es ist nicht das erste Mal, dass meine Mutter meine Leistungen minimiert, jede neue Begebenheit aktiviert mein Schmerzgedächtnis
  2. Trigger aus ihrer Vergangenheit:
    Ich weiß es nicht, aber vielleicht wurden ihre Leistungen von ihrer Mutter oder anderen ebenfalls nicht anerkannt. Da es ihr nicht bewusst zu sein scheint, kann sie ihr heutiges Verhalten auch nicht ändern.
  3. Emotionaler Trigger ihrerseits:
    Heute ist es einfach wie nie, sein eigenes Buch zu schreiben, die Verlagslandschaft hat sich in den letzten Jahren sehr geändert. Meine Mutter hatte diese Gelegenheit nicht, sie hatte auch andere Gelegenheiten nicht, die ich heute sehr wohl nützen kann. Das könnte solche Aussagen erklären, man könnte auch sagen: „Dem Fuchs hängen die Trauben zu hoch.“ Schließlich ist auch meine Mutter nur ein Mensch.

Was ist die Erkenntnis dahinter?

Wie geht man also mit Kränkungen und Ärger um? Du und ich wissen es bereits: du kannst das Verhalten des anderen nicht ändern. Was du ändern kannst, ist deine Reaktion auf das Thema. Was wäre, wenn du so sehr in deiner Mitte ruhst und so stark in deinem Selbstwert bist, dass dich negative Aussagen von außen maximal kurz ärgern, aber prinzipiell kalt lassen? Klingt gut, oder?

Was braucht es dazu?

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Es braucht die Erkenntnis, dass das Kleinmachen-Lassen, ein Ausdruck von reduziertem Selbstwert ist.

Ist dein Selbstwert ausgewogen, ärgerst du dich zwar kurz, aber genauso schnell erkennst du die Mechanismen, die dahinter stehen und lässt los.

Was ist noch schlimmer?

Es gibt nur eine einzige Sache, die schlimmer ist als Kritik von außen: Nämlich, wenn sich die äußeren Kritiker mit deinem inneren Kritiker verbünden. Plötzlich glaubst du all den Schrott, das Kränkende, das Beleidigende. Du denkst, dass das, was es in dir denkt, du selbst denkst und dass es daher wahr sein muss.  Ich wiederhole es noch einmal: du denkst, dass das was es in dir denkt, du selber denkst und es daher wahr sein muss.

Du hast Gedanken, du bist aber nicht deine Gedanken.

Deine Gedanken müssen auch nicht wahr sein. Wenn es darum geht, dich selbst zu kritisieren, sind sie so gut wie immer nicht wahr oder berücksichtigen die Hälfte der Gründe warum die Dinge so sind wie sie sind, nicht.

Schwuppdiwupp, landest du im Kreislauf „Ich bin nicht gut genug“. Kein Problem, die Persönlichkeitsentwicklungs-Industrie hat darauf viele Antworten. Eine heißt: Selbstoptimierung.

Du arbeitest an deinem Zeitmanagement, an deiner Fitness, an deiner Ernährung, du arbeitest an all dem, was es braucht, um ein besserer Mensch zu werden. Dein Ziel ist es, das Geplapper in deinem Kopf zum Schweigen zu bringen. Doch: es wird nie genug sein, deine Selbstansprüche werden immer mehr und mehr wachsen.

Die einzige Möglichkeit wie es jemals genug sein wird ist: Liebe.

Die tiefe, erfüllende Erfahrung der Liebe – wobei es kaum einen Unterschied machst, ob du lernst, dir selbst diese Liebe zu geben oder ob du sie von jemandem anderen erfährst – aber mit einem Partner ist es viel leichter. Die Augen des anderen zum Leuchten zu bringen, für andere da zu sein, gemeinsam zu wachsen, all das verschafft dir die tiefe Überzeugung, gut zu sein wie du bist – ja, auch mit deinen Fehlern, was soll‘s.

Denn dann erkennst du, dass das sich selbst Kleinreden, eine Aktivität deines Egos ist. Es meint es nicht böse, es will dich schützen, dich vor jeglicher Veränderung bewahren, denn wer weiß, was nachher kommt, also lieber sicher sein.

Die guten Kumpels an der Bar

Das Ego und dein innerer Kritiker sind gute Kumpels, sie hängen an der Bar ab und entscheiden darüber, was das Beste für dich ist. Leider: Sie fragen dich nicht nach deiner Meinung, ihre Weisheiten haben sie aus eurer gemeinsamen Kindheit gewonnen und danach nie wieder angepasst. Inzwischen hat sich die Welt weiter gedreht, du bist erwachsen geworden und vieles, was damals Sinn gemacht hat, ist heute absolut sinnbefreit und sogar schädlich für dich.

Der Weg aus dem Teufelskreis:

Wie kommst du aus diesem Teufelskreis raus und zu einem für dich stimmigen Selbstwert?

Erkenne dich selbst:

  1. Was denkt es in dir?
  2. Wie interpretierst du es?
  3. Was wäre, wenn es nicht wahr wäre? (Die Königsfrage, sie braucht viel Mut)
  4. Welche Erkenntnisse hast du daraus?
  5. Was willst du in Zukunft anders machen (es reicht, einen klaren, kleinen Schritt zu setzen.
  6. Es mag eine kluge Entscheidung sein, sich bei diesen Fragen manchmal helfen zu lassen. Gerne kannst du ein kostenloses und unverbindliches Herzensgespräch mit mir vereinbaren.