Energievampire loswerden

Energievampire loswerden Riccarda Larcher
Du hörst lieber? Bitte sehr:

Nicht nur Graf Dracula ist ein Energievampir und will Deine Energie.

In Wirklichkeit ist das ganze Spiel des Lebens ein Tanzen um die Energie.

Was gibt dir Energie? Was nimmt dir Energie?

Menschen, die dir Energie geben, sind natürlich herzlich willkommen in deinem Umfeld. Aber wie gehst du mit Menschen um, die deine Energie abziehen? Wie erkennst du sie überhaupt? Und vor allem: Was in deinem Leben kostet deine Energie und was kannst du dagegen tun?

Betrachten wir zuerst die menschlichen Energieräuber.

Der größte Energievampir

Gleich zu Beginn wird es echt hart: der größte Energieräuber bist du selbst. Mit der Macht deiner Gedanken bestimmst du, was du über dich selbst denkst.

Hast du ein schlechtes Gewissen, weil der morgendliche Sport nicht klappt? Für deine Meditation findest du auch keine Zeit? Und während alle anderen ihr Leben cool im Griff zu haben scheinen, fühlst du dich als Versager?

“Ich hatte mein ganzes Leben viele Probleme und Sorgen. Die meisten von ihnen sind nie eingetreten.” Mark Twain

Du hast natürlich recht: Es gibt 100.000 Dinge über die man sich Sorgen machen sollte, wir leben in einer wahrlich transformierenden Zeit.

Doch etwas mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschheit hilft dem kollektiven Bewusstsein. Und auch dir. Verändere dein Verhalten in deiner eigenen Welt nach deinen Vorstellungen und versuche, den Rest der Sorgen abzuschütteln. Probiere es, bei jedem Mal schütteln, fallen ein paar Sorgen mehr ab.

Energievampire in deinem Umfeld

Freunde, Familie, Arbeitskollegen. Manche davon nerven unendlich und du spürst, dass du dich nach dem Zusammentreffen ausgelaugt und erschöpft fühlst.

Die drei häufigsten Energievampir-Typen:

  1. Das Opfer:

    „Die anderen sind schuld, wirklich.“ Egal, worum es geht, diese Art des Energievampirs kommt unschuldig zum Handkuss. Immer. Das Opfer buhlt um deine Aufmerksamkeit, indem es dein Mitgefühl zu erheischen sucht.

    Eigentlich wäre das Opfer ja supererfolgreich, würden nicht Kleinkinder am Rockzipfel hängen oder sich Arbeitskollegen in den Vordergrund drängen.

    Was tun?

    Das Opfer ist für empathische Menschen ein Prüfstein. Klar, man hilft gerne. Die Wahrheit ist jedoch: Solange das Opfer sich nicht entscheidet, seine Rolle zu verlassen, führen all deine gut gemeinten Taten zu nichts.

  1. Der Richter:

    Sicherlich kennst du jemanden, der immer Recht hat, alles weiß. Jeder kennt so jemanden. Jedes Gespräch entwickelt sich um eine Diskussion, wer Recht hat. Natürlich nicht du, sondern er/sie!

Der Richter ist vollkommen desinteressiert, den eigenen Horizont zu erweitern, neue Sichtweisen kennenzulernen. Alles dreht sich einzig und allein ums Rechthaben. Und das Recht ist selbstverständlich auf seiner Seite.

Was tun?

Solche Menschen ändern sich selten. Es bleibt also nur, den Kontakt einzuschränken.

Wenn du einen besonders guten Tag hast, entspannt bist und dein eigenes Ego grad nicht hinhört, kannst du solche Diskussionen abkürzen: „Ja, du hast vollkommen recht.“

  1. Die Tratsche:

    Ehrlicherweise meist Frauen. Sie tratschen: „Hast du schon gehört? Ich muss dir unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählen.“

„Große Geister diskutieren Ideen, mittlere Geister diskutieren Ereignisse, kleine Geister diskutieren Menschen.“ Eleanor Roosevelt

Die beste Freundin der Tratsche ist die Negative: „Ich bin ja nur ehrlich …, es ist eben so.“  Unter dem Deckmantel der Ehrlichkeit wird mit Dreck geschleudert, über andere Menschen hergezogen und in der Negativität gebadet.

Vielleicht ist deren Leben so langweilig, dass sie das Ungemach der anderen benötigen, um sich lebendig zu fühlen. Aber sei gewiss: Wenn du nicht dabei bist, wird über dich hergezogen. „Ich sag ja nur ….“

Was tun?

Deine Zeit ist wertvoll. Du entscheidest, wem du sie widmest und mit wem du Kontakt haben willst.

Tratschende und negative Menschen sind besonders sensibel. Sie spüren es genau, wo sie mit ihren Geschichten ankommen und wo nicht.

Hilft alles nichts, dann hilft nur noch ein ehrliches Wort. „Ich bin jetzt ganz ehrlich: Bitte erzähle mir diese Art von Geschichten nicht, ich bin nicht interessiert.“

Selbstgeschaffene Energievampire:

  1. Zuwenig Schlaf:
    Wir sind eine schlaflose Gesellschaft. Wir gehen zu spät ins Bett. Die meisten müssen früh raus, mit länger schlafen ist nichts.

    Wie du Abhilfe schaffst, das weißt du genau: früher schlafen gehen, egal wie spannend der Film, die Diskussion auf Facebook oder das Videospiel sind.

    Am besten hast du eine täglich gleichbleibende Schlafenszeit. Das hilft deinem Körper sich an einen Rhythmus zu gewöhnen.

  2. Nachrichten:
    Als ich Kind war, durfte man um 19:30 Uhr niemanden anrufen. Da liefen die Nachrichten im Fernsehen. Nachrichten waren Pflicht für einen modernen, aufgeklärten, interessierten Menschen.

    Was tun?
    Heute schaue ich seit vielen Jahren keine Nachrichten mehr, ich lese kaum Zeitungen. Ich betrachte das als einen Akt der Selbstliebe.

    Trotzdem weiß ich, was sich in der Welt tut – obwohl ich mir die tägliche, negative und zensurierte Dosis an schlechter Energie erspare.

  3. Unerledigte Dinge:
    Forschungen zeigen, dass wir ein Blatt auf unserem Schreibtisch im Durchschnitt 7x zur Hand nehmen, bevor wir die Aufgabe erledigen oder das Papier ablegen.

    Digital ist es kaum anders. Dein Geist ist abgelenkt von „da muss ich noch …. Das sollte ich erledigen … ich habe keine Zeit.“ Mit jedem dieser Gedanken geht deine Energie nach unten.

    Das Gleiche gilt für den nächsten Termin beim Zahnarzt, die überfällige Reparatur der quietschenden Türe und den Keller, der auch einmal aufgeräumt werden sollte.Was tun?
    Ausreden, warum etwas leider jetzt nicht geht, wirst du immer finden.

    Besser: Zerlege die Aufgaben in kleine Mini-Aufgaben, ein kleiner Schritt ergibt den anderen und plötzlich ist die Tür geölt und der Zahnarzttermin vereinbart. Sogar Keller lassen sich mit dieser Methode aufräumen.

  4. Zuwenig Abwechslung:
    Menschen können mit Routinen unterschiedlich gut umgehen. Die einen fühlen sich sicher, wenn immer alles gleich abläuft, andere haben das Gefühl, mit einem Bein bereits im Grab zu stehen.

    Dein Hirn mag Abwechslung, beim ewig gleichen Einerlei schläft es gerne mal weg.Was tun?

    Plane Abwechslung im für dich stimmigen Maß ein.

    Gehst du immer in den gleichen Supermarkt einkaufen?
    Geh mal woanders hin.

    Ist die Farbe deines Kugelschreibers immer Blau? Probier mal Schwarz.

    Überlege, welche Abwechslung dir gut tun würde.

    Ich selbst unternehme einmal pro Monat etwas für mich Unübliches, um etwas Neues kennenzulernen. So habe ich z.B. eine Chili-Farm besucht. Ich esse nichts Scharfes, ich mag keine Chili, aber es war doch spannend ein bisschen in die Thematik einzutauchen.

  5. Ernährung & Bewegung:
    Ich fasse diese beiden Bereiche in einem Punkt zusammen. Du weißt es sowieso: Weniger Kohlenhydrate, kein Zucker, keine Fertigprodukte, mehr Obst, mehr Gemüse. Bewegung in den Alltag einbauen.

    Hänge ich ganztags vor dem Bildschirm, geht meine Konzentration irgendwann flöten, ich spüre, dass ich nicht mehr produktiv bin.

    Früher lenkte ich mich ab, tauchte ein in die Welt des Internets.

    Das hieß bei mir: “Ich mache Pause.” Ein Irrtum.

    Internet-Surfen ist keine Bewegung. Und auch keine Pause. Es setzt die Erschöpfung fort.

    Heute schauen meine Pausen z.B. so aus:

  • Ich sitze 10 Minuten auf der Couch und mache NICHTS.
  • Ich meditiere ein Musikstück lang.
  • Ich hänge die Wäsche auf.
  • Ich gehe zum Supermarkt um die Ecke einkaufen.
  • Ich spiele mit meiner Katze.

Die Frage aller Fragen:

Um festzustellen wer oder was für dich ein Energievampir ist, braucht es nur die ehrliche Beantwortung folgender Frage:

Bringt er/sie/es mir Energie?

Kostet es mich Energie?

Wenn du kannst, dann lass los, was dich Energie kostet. Sollte das nicht möglich sein, da du vielleicht mit Energieräuber Nr. 1 im gemeinsamen Haushalt lebst, dann finde einen Weg, der für dich gehbar ist.

Und sorge für ein regelmäßiges Aufladen deiner Energiebatterien. Mit dem, was dir gut tut.

6 Kommentare
  1. Christine Schinner
    Christine Schinner sagte:

    Vielen Dank liebe Riccarda für diesen Beitrag. Ich zwei Energiefresser in meiner Umgebung. Mit meiner Freundin geht das ganz gut da ich ihr direkt sagen kann sie soll die Opferrolle endlich verlassen aber mit der zweiten Person ist das schwierig. Ich versuche sie so selten wie möglich zu sehen und ihre “Opferthemen” möglichst zu vermeiden. Ist aber auch anstrengend.
    Das mit den Nachrichten mache ich auch schon seit einigen Jahren und Zeitung habe ich, so weit ich mich erinnere, sicher zuletzt vor über 10 Jahren gekauft.
    Was mir hilf ist Meditation, die Umstellung meiner Ernährung und Einbau von regelmäßiger Bewegung im Alltag.
    Alles Liebe und herzliche Grüße Christine

  2. Susanne
    Susanne sagte:

    Liebe Riccarda

    sehr schöner Text! Ich finde es vor allem spannend, Rechthaber und “Ich bin nicht schuld-Sager” auch in die Kategorie Energievampire zu stecken: wie wahr!! Ich könnte noch anfügen: Im Grunde jeder Mensch, der “Spiele der Erwachsenen” spielt, die immer den gleichen Ausgang herausfordern, wie Eric Berne sagen würde:-) Ganz beliebt sind hier: “Hab ich dich!” und “ja aber”..

  3. Riccarda
    Riccarda sagte:

    Liebe Susanne, die “Ja,aber” habe ich auch besonders gerne 🙂 Ich finde ja, nichts kostet soviel Energie, wie die Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen…Ein weiters Betätigungsfeld ….

  4. Riccarda
    Riccarda sagte:

    Liebe Christine, es ist manchmal traurig, aber wenn keine Änderung in Sicht, ist es wohl am besten, den Kontakt zu meiden oder einzuschränken. Als einen Akt der Selbstliebe. Ich glaube auch, mit Meditation, Ernährung und Bewegung ist man für diese Welt sehr gut gerüstet 🙂

  5. Manfred
    Manfred sagte:

    “Ja, aber” finde ich auch mühsam.
    Einfach alles was vor dem “aber” gesagt wurde überhören und schon passt es wieder.

    Energieräuber einfach unauffällig am Wegesrand zurück lassen, mit Glück finden die ein anderes, willigeres “Opfer” zum Aussaugen.

  6. Riccarda
    Riccarda sagte:

    Unauffällig am Wegesrand zurücklassen …. ist wohl das beste. Nicht hinschauen, nicht hinhören, nicht ansprechen. Dann trollen sie sich woanders hin 🙂

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